Freier Wille oder Vorbestimmung?

Viele Menschen meinen, dass sie dem Tod nicht entrinnen können, wenn ihre Stunde geschlagen hat, ebensowenig wie anderen „schicksalhaften“ Ereignissen, dass also gewisse Fixpunkte im Leben eines Menschen vorgegeben sind.
Gäbe es ein vorbestimmtes, unabänderliches Schicksal, auch nur für einzelne Ereignisse, wäre es zwecklos, dass wir durch unser (gutes) Verhalten versuchen, unseren Lebensweg zu beeinflussen.
Wahrscheinlicher ist wohl, dass zwar jede unserer Handlungen eine Wirkung hat (das ist ein unumstössliches physikalisches Gesetz!), doch diese kann unterschiedlich ausfallen. Schleudern wir einen Stein gegen ein Fenster, so geht es in die Brüche – das ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Es kann aber auch ein heftiger Windstoss den Stein so weit ablenken, dass er nicht in die Scheibe fliegt, sondern etwas daneben auf der Mauer aufschlägt und dort nur einen geringen Schaden verursacht – das ist der Eingriff des „Schicksals“! Und darauf dürfen wir stets vertrauen…

Wenn der Sinn des Lebens die geistige Entwicklung ist, die zu einem erfüllten, glücklichen Dasein führt, so ist das Lernen unsere Aufgabe, der Weg, um das Ziel zu erreichen. Das erfahren wir ja oft in unserem Leben: Solange wir immer wieder den gleichen Fehler machen, leiden wir immer wieder unter den Folgen.
Wir wählen und entscheiden also fortwährend, ob wir uns einfach treiben lassen oder unsere „Hausaufgaben“ sorgfältig erledigen. Entsprechend unseren Fortschritten in der Lebensschule ändert sich unser Schicksal laufend: Haben wir eine Lektion gelernt, müssen wir sie nicht wiederholen; umgekehrt werden wir immer wieder mit analogen Lerninhalten (in unterschiedlichen Situationen) konfrontiert, bis wir den „Stoff“ begriffen haben.

Freier Wille und Vorbestimmung sind zwei Seiten der gleichen Medaille: Unser Schicksal ist die Folge des freien Willens und wir können es durch unseren freien Willen jeden Tag verändern und neu bestimmen. Es ist nur unser begrenzter Verstand, der vermeintliche Gegensätze darin sieht und versucht, das eine oder das andere auszuschliessen.
Schliesslich dürfen wir auch darauf vertrauen, dass uns nie mehr auferlegt wird, als wir zu tragen vermögen, und wir immer an die Aufgaben herangeführt werden, die für unsere innere Entwicklung wichtig sind – und dabei immer die notwendige Hilfe zur rechten Zeit bekommen (siehe als schönes Beispiel dafür den Beitrag vom 28. August!).

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