Die Selbstwertbombe

Neulich habe ich in „Spektrum der Wissenschaft“ einen interessanten Artikel über das Selbstwertgefühl gelesen, der unter anderem erläutert, wie wir den Wert von uns selbst und anderen bestimmen, und ererbte Muster und übernommene Normen beleuchtet. Aspekte dieses wichtigen Themas Selbstwertgefühl, über die ich schon oft geschrieben und gesprochen habe. Aber in anderen Worten, und manchmal ist es ganz gut, Erkenntnisse unterschiedlich präsentiert zu bekommen, um sie besser zu verstehen und anzunehmen. Deshalb verlinke ich diesen Artikel hier und ermuntere euch, ihn zu lesen:

Alles über Selbstwertkonzepte
von Harlich H. Stavemann, Dipl.-Psych.
Online erschienen aus spektrum.de am 26. Juli 2020

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Verantwortung in Zeiten des Coronavirus

Verantwortung – Eigenverantwortung und Verantwortung gegenüber anderen – ist ein Thema, das ich in meinen Büchern und anderen Veröffentlichungen schon oft aufgegriffen habe.
So habe ich etwa in „Ich liebe mich selbst und mache mich glücklich geschrieben:

Wir sind nie verantwortlich für mündige Menschen. Wir tragen Verantwortung für unsere Kinder, unsere Tiere, unsere Pflanzen, aber niemals für einen Erwachsenen, der in der Lage ist, seine eigenen Entscheidungen für sein Leben zu treffen.
Lassen wir uns also nie zu Sündenböcken machen, lassen wir uns keine Schuldgefühle einreden, wenn jemand zu uns sagt: „Du bist schuld, dass ich unglücklich bin“ oder „Du bist schuld, dass ich trinke, Drogen nehme, mich habe gehen lassen und mein Job weg ist.“
Nein, du bist niemals schuld, welchen Weg ein anderer auch immer einschlägt! Du hast das Recht über dein Leben zu entscheiden. Wie ein anderer damit umgeht, ist allein seine Sache und seine Verantwortung.

Wir sind also nicht verantwortlich, wie ein anderer sich fühlt, wenn wir eine Entscheidung für uns selbst treffen, etwa eine Beziehung zu beenden, ein klassisches Beispiel. Wir haben das Recht, unseren Lebensweg zu gehen; beugen wir uns den egoischen Wünschen anderer, verpassen wir unser eigenes Leben.

Die Grenze zwischen Eigenverantwortung und Rücksichtslosigkeit ist indes nicht immer leicht zu ziehen. Gerade in der gegenwärtigen Gesundheitskrise zeigt es sich recht deutlich. Man sieht beispielsweise immer wieder Menschen, die keine Gesichtsmaske tragen, wo sie vorgeschrieben ist, weil sie es für sich selbst ablehnen oder keine Angst vor Ansteckung haben. Oder Menschen, die den Abstand nicht einhalten.
Letzten Sonntag war ich wandern und als ich mit müden Beinen die Bahnstation für meine Rückreise erreichte, ein kleiner Bergbahnhof, gab es eine einzige Bank, knapp zwei Meter breit. Ein junger Mann sass am einen Ende, ich setzte mich ans andere.
Kurz darauf kam ein Wanderer, so um die 50, und setzte sich zwischen uns, so nahe zu mir, dass er mich beinahe berührte. Ich sagte zu ihm, halb scherzhaft, halb ernst: „Das sind aber keine eineinhalb Meter!“ (die in der Schweiz vorgeschriebene soziale Distanz). Er lachte nur spöttisch. Ich fragte ihn: „Stehen Sie auf oder muss ich gehen?“ Wiederum grinste er mich nur an und schüttelte den Kopf.
Also stand ich auf und entfernte mich. Auch der junge Mann auf der anderen Bankseite stand auf und ging weg.

Eine banale Situation. Und ich selbst habe keine übermässige Angst, mich anzustecken – besser gesagt, genügend Urvertrauen, die Dinge anzunehmen, wie sie mir gegeben werden. Das konnte der Mann aber nicht wissen.
Gerade in schwierigen Zeiten, ist unsere Verantwortung für andere gefragt, mehr denn je. Wir dürfen nicht denken „Mich trifft es nicht“ oder „Ich habe keine Angst vor Corona“ und uns anderen gegenüber entsprechend nachlässig verhalten. Wir tragen Verantwortung für unsere Mitmenschen, mehr denn je. Für die Gemeinschaft.

Es sind dies Zeiten, in denen wir die Chance haben, viel zu lernen. Uns manchmal etwas zurückzunehmen, gewisse Wünsche dem Gemeinwohl zu opfern. Uns selbst und andere zu respektieren.
Es sind Zeiten, in denen unser Urvertrauen erstarken kann. Lassen wir die Angst los, aber ohne rücksichtslos gegenüber denen zu werden, die Angst haben oder geschützt werden müssen.
Es sind Zeiten, in denen wir unsere Selbstliebe festigen können, indem wir nicht nur unsere Grenzen ziehen, sondern auch über unsere Grenzen hinauswachsen.
Es sind Zeiten der Achtsamkeit, der Fürsorge, des rücksichtsvollen Miteinanders. Aber auch des Mutes, für uns selbst und für andere einzustehen.


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Angst in Zeiten der Coronakrise

Es gibt seit Wochen kaum mehr andere Gesprächsthemen in den Medien. Ich selbst empfinde es als eine überaus interessante und spannende Zeit und verfolge intensiv die Pressekonferenzen der Regierungen in der Schweiz und in Deutschland und des RKI. Während die Pressekonferenzen als Livestream auf verschiedenen Websites übertragen werden, erscheinen ebenfalls die Live-Kommentare der Zuschauer. Beschimpfungen der Referenten, warum Gesichtsmasken nicht ausreichend verfügbar seien, und Beschimpfungen der Kommentarschreiber untereinander, Rufe nach strengerer Regulierung, dazu Fragen, Fragen, Fragen, oft banal oder schon hundert Mal beantwortet. In den meisten Kommentaren erkenne ich viel, viel Angst. Es stimmt mich traurig, wenn ich sehe, wie sehr die Menschen darunter leiden. Zumal ein Teil dieser Angst unnötig ist und dadurch beseitigt werden könnte, dass die einzelnen Menschen sich besser informieren. Der grössere Teil der Angst aber entspringt aus unserer Angst vor dem Unbekannten, Ungewissen – ob es nun ein weltweites Virus ist oder eine ganz persönliche Situation. All diesen Menschen rufe ich zu: Habt Vertrauen! Das Urvertrauen, dass euch nichts geschehen kann, was nicht am Ende gut für euch ist! Nutzt die derzeitige Lage, um innerlich zu wachsen, zu erstarken und die Urangst – vor dem Leiden – zu besiegen. Diese Angst hindert euch am Leben und daran, ihr selbst zu sein und euren eigenen Weg zu gehen, und dies nicht nur in Zeiten des Coronavirus.

Ebenso viel Angst erkenne ich allerdings bei den Entscheidungsträgern der Regierungen. Die Angst, etwas falsch zu machen, zu strenge oder zu lockere Massnahmen zu treffen. Wobei ich mit der Art und Weise, wie die Corona-Krise in der Schweiz und in Deutschland gehandhabt wird, recht zufrieden bin. Doch auch hier ist die Menschlichkeit teilweise verloren gegangen: Wenn Sterbenden die Möglichkeit verwehrt wird, im Tod ihre Lieben um sich zu haben, wenn Kinder von einem Elternteil und Liebende voneinander getrennt werden durch strikt geschlossene Grenzen, wenn die wirtschaftliche Existenz kleiner Gewerbetreibender zerstört wird. Da haben die Regierungen das gesunde Augenmass verloren. Und ich wünsche mir, dass sie bei ihren Entscheidungen künftig nicht nur den Verlust von Menschenleben aufgrund des Coronavirus in die Waagschale legen, sondern auch den Verlust der Menschlichkeit und Wärme.

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Selbstvertrauen bei Kindern aufbauen

Inspiriert von einer Vorlesungsreihe zur Entwicklungspsychologie, die ich vor Kurzem besucht habe, will ich mit meinem heutigen Beitrag vor allem Eltern, oder künftige Eltern, ansprechen.
Bei anderen Erwachsenen wird es vielleicht ein Aha-Erlebnis auslösen, warum ihnen von Kind an das Selbstvertrauen fehlt. In der Tat ist es ein langwieriges, mühseliges – aber keineswegs hoffnungsloses – Unterfangen, unser Selbstwertgefühl, unser Selbstbewusstsein, unser Selbstvertrauen aufzubauen, wenn unsere Eltern es uns nicht schon von der Wiege an mit auf den Weg gegeben haben. Dies soll absolut nicht als Vorwurf an Eltern verstanden werden – sie wussten es einfach nicht besser, denn leider besteht keine „Schulpflicht“ für angehende Mütter und Väter, sich in den elementarsten Kenntnissen kindlicher Entwicklungspsychologie zu bilden. Und was als sogenanntes Allgemeinwissen in Umlauf ist, wirkt sich teilweise sogar gegenteilig aus.

Etwa das Loben und Ermutigen. Man soll seinem Kind Anerkennung für seine Leistungen aussprechen und es darin bestärken. Doch Lob ist nicht gleich Lob. Sagen wir dem Kind beispielsweise immer wieder, es sei intelligent oder habe ein bestimmtes Talent, so wird das Kind dies als unverrückbare Tatsache verinnerlichen. Die Angst zu versagen und die Eltern zu enttäuschen, ist damit vorprogrammiert. Bringt es dann einmal schlechte Noten nach Hause oder versagt es bei gewissen Aufgaben, fühlt es sich schlecht und verliert sein Selbstvertrauen recht schnell. Und wird irgendwann zu einem perfektionistischen Erwachsenen, der sich selbst nie einen Fehler verzeiht.
Besser ist es, das Kind konkret für eine gelöste Aufgabe und eine gute Note zu loben und nicht gewisse Eigenschaften und Fähigkeiten generell.

Das gleiche Problem tritt auf, wenn wir das Kind ermutigen, indem wir ihm beispielsweise sagen: „Du schaffst das, das ist nicht so schwierig.“ Oder es ermuntern, Herausforderungen anzupacken, denen es nicht gewachsen ist. Das Kind hat Angst davor, auch hier vor allem Angst, die Eltern zu enttäuschen; das wirkt sich bekanntlich bereits hinderlich aus. Gelingt das Unterfangen dann nicht, so wird wieder ein Stückchen des kindlichen Selbstwertgefühls zerstört. Und die Motivation geht verloren.
Besser ist es, das Kind zwar zu ermutigen, es zu versuchen, ihm aber gleichzeitig zu erklären, dass nicht immer alles klappt, wie man es sich wünscht, und dass es nichts macht, wenn etwas nicht geht. Wichtig ist nur, es irgendwann wieder zu versuchen.

Noch ein Wort zur Kritik. Wir dürfen unseren Kindern sagen, dass sie etwas nicht gut gemacht haben, das dient ihrem Lernprozess und ihrer Entwicklung. Aber niemals als Vorwurf! Niemals dürfen wir unsere Enttäuschung darüber zeigen! Niemals, absolut niemals, irgendeinen Fehler oder irgendeine Leistung mit unserer Wertschätzung und Liebe für das Kind verknüpfen! Bei Kindern (natürlich auch bei Erwachsenen) muss Kritik immer konstruktiv sein, erklären, dass wir aus Fehlern lernen, Vorschläge zur Verbesserung mit einbeziehen, Unterstützung anbieten.
Und nach jeder Kritik soll noch etwas Positives, Anerkennendes folgen.

Denken wir immer daran: Die beste Erziehung ist das gute Vorbild. Deshalb ist es so wichtig, dass wir auch als Erwachsene an unserem Selbstwertgefühl arbeiten und es aufbauen und stärken, sollte es zu schwach sein. Wie sollen wir es sonst unseren Kindern vermitteln?
Und noch ein Gedanke: Das Selbstwertgefühl können wir auch bei unseren erwachsenen Kindern noch aufbauen helfen und stärken.

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Zweite Chance?

Ich bin davon überzeugt, dass wir im Leben immer eine zweite oder sogar dritte und vierte Chance bekommen, das sagt mir mein Urvertrauen. Aber vor ein paar Tagen ist mir bewusst geworden, dass wir manchmal doch Entscheidungen im Leben treffen, die „für immer“ sind, nicht „geradegebogen“ und schon gar nicht rückgängig gemacht werden können.

Ein Bekannter erzählte mir vor ein paar Tagen, seine Tochter, Anfang 20, befinde sich seit zwei Wochen in der Psychiatrie. Sie leidet an einer Psychose, die durch Cannabiskonsum verursacht wurde. Gerade Cannabis ist besonders gefährlich, da diese Psychosen – anders als beispielsweise bei LSD – bis zu einem Jahr dauern können und auch danach dazu neigen, wiederzukommen. Meistens muss man dann lebenslänglich Psychopharmaka einnehmen.
Vielleicht wusste die junge Frau nicht, dass sie durch diese als harmlos geltende Droge eine Psychose auslösen kann. Doch „Unwissenheit schütz nicht vor Strafe“, das ist eine traurige Wahrheit. An der Entscheidung, Drogen zu konsumieren, wird sie nun vielleicht ein Leben lang leiden.

Das hat mich nachdenklich gestimmt. Offenbar bekommen wir nicht immer eine zweite Chance. Zumindest keine leichte. Und dies vermutlich auch in weniger gravierenden Fällen.
Wie oft trauen wir uns nicht, das zu tun, was wir eigentlich möchten, aus Angst, jemanden zu verletzen, zu verärgern, zu verlieren. Wie oft wagen wir es nicht, aus einer belastenden Situation auszubrechen, weil wir Konsequenzen befürchten. Mitunter versagen wir uns sogar Herzenswünsche, um die Erwartungen von Mitmenschen nicht zu enttäuschen.
Gut, oft bekommen wir tatsächlich nochmals eine Chance. Aber mit Sicherheit wissen wir es vorher nicht, vielleicht ist die Gelegenheit für immer vorbei.

Lassen wir uns nie, nie von unseren Ängsten davon abhalten, auf unsere innere Stimme zu hören und das zu tun – oder eben nicht zu tun –, was wir für uns als richtig spüren. Das, was wir möchten, was wir uns wünschen. Wie ging nochmal der Spruch? „Was du bei deinem Tod bereuen würdest, nicht getan zu haben, das tue jetzt“ – oder so ähnlich. Tatsächlich gehören zu den fünf Dingen, die Sterbende am meisten bedauern*: nicht den Mut gehabt zu haben, das eigene Leben zu leben, und sich nicht erlaubt zu haben, glücklicher zu sein.

Traurig, wenn uns diese Erkenntnis auf dem Sterbebett den Abschied vom Leben erschwert.
Erlauben wir uns also in jeder Situation, unseren eigenen Weg zu gehen, lassen wir uns von unseren Ängsten nicht daran hindern.

*Nach dem Bestseller von Bronnie Ware „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“.

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Liebe ist kein Deal

Mein neues Buch ist erschienen! Ich stelle es euch nachfolgend kurz vor.

Karin Jundt
Liebe ist kein Deal
Ein Weg zur glücklichen
Paarbeziehung

nada Verlag
ISBN 978-3-907091-16-6
Softcover, 188 Seiten

Der Liebesdeal ist das in Paarbeziehungen am häufigsten gelebte Modell. Es beruht auf dem Prinzip eines ausgewogenen Gebens und Nehmens mit einem fairen Verhältnis zwischen Rechten und Pflichten. Betrachtet man jedoch die hohen Trennungs- und Scheidungsraten und die erhebliche Anzahl unzufriedener oder konfliktärer Beziehungen, ist es offenbar nicht besonders erfolgreich.
Wonach wir uns in Wahrheit sehnen, ist die selbstlose, bedingungslose, vorbehaltlose Liebe, ohne Forderungen und Erwartungen, die eine harmonische Verbindung zweier Menschen nährt, in welcher jeder er selbst sein darf und angenommen und ge­liebt wird, wie er ist.
Reine Liebe, ein hohes Ideal. Um es zu erlangen, ist zuerst eine gründliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Ego unerlässlich. Die tragenden Elemente für ein Leben im Einklang mit sich und dem Partner sehe ich dann in Selbstliebe, Authentizität, Kommunikation und Einheit.

Mein Buch richtet sich an Menschen, die den Weg der selbstlosen Liebe einschlagen oder vertiefen wollen. Es ist aber auch für all jene ein Wegweiser, die ihre Partnerschaft friedlicher und bereicher­nder gestalten oder an bestehende Probleme herangehen und sie bewältigen möch­ten. Ebenso wie für Singles, die im Hinblick auf eine künftige Paarbeziehung einen neuen Impuls suchen, auch um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.
Wie es für meine Wegweiser-Bücher charakteristisch ist, bleibe ich nicht bei der Theorie stehen, vielmehr gebe ich konkrete, im Alltag anwendbare Anleitungen und Tipps, damit die neuen Erkenntnisse in der Praxis genutzt und umgesetzt werden können.

Eine Leseprobe könnt ihr hier herunterladen.

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„Geteiltes Leid ist…

… halbes Leid“, sagt das Sprichwort. Zweifellos tragen wir leichter an unserem Schicksal, wenn jemand uns zur Seite steht, uns auf einem schweren Gang begleitet; es tut uns gut, mit jemanden reden zu können, Mitgefühl zu spüren, uns an einer starken Schulter anlehnen oder ausweinen zu können.

Ich aber behaupte: Geteiltes Leid ist doppeltes Leid. Laden wir Kummer, Schmerz, Sorgen bei einem Mitmenschen, der uns liebt oder mag, ab, so wird er mit uns mit-leiden. Nützt uns das etwas? Nein!
Bitte nicht missverstehen: Wenn wir Hilfe brauchen und jemand uns helfen kann, dann sollen wir darum bitten. Es ist wichtig für eine gesunde Selbstliebe, dass wir es wagen, uns auch schwach und bedürftig zu zeigen.

Aber wie oft, obwohl wir wissen, dass ein anderer uns nicht helfen kann, jammern wir bloss, klagen, stellen uns als Opfer dar, suchen Anteilnahme und Mitleid. Mit-Leid – im wahren Sinn des Wortes – verursachen wir dann. Das zeugt eher von Egoismus als von gesunder Selbstliebe.
Um unsere Selbstliebe und unser Urvertrauen zu stärken und um zu lernen, uns in uns selbst geborgen zu fühlen, sollten wir der Versuchung widerstehen, andere unnötig mit unseren Sorgen zu belasten. Schweigen ist oft tatsächlich Gold.

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Vom Vorsatz zur Tat

Wie oft habe ich hier auf dieser Webseite, in Artikeln und Büchern schon geschrieben, dass der Weg zur Selbstliebe ein bisschen Mut erfordert! Es braucht den Mut, für sich selbst einzustehen, nicht immer nur „lieb“ sein und allen gefallen zu wollen, manchmal gar den Mut zum Risiko, einen sogenannten Freund zu verlieren. Wenn ihr auf dieser Website auf das Stichwort „Mut“ klickt (in der rechten Spalte weiter unten auf der Seite), so findet ihr einige Artikel zu diesem Thema.

Gut, dann fassen wir also diesen Vorsatz, mutiger zu sein, und … dann muss er auch in die Tat umgesetzt werden. Was uns oft schwer fällt, wenn eine konkrete Situation eintritt. Darum will ich heute einige Anregungen geben, wie es uns gelingen kann.

• Wichtig ist, den Vorsatz für sich selbst konkret und situationsbezogen zu formulieren. Nicht einfach: Ab sofort will ich mutiger sein, sondern beispielsweise: Wenn eine Freundin/Bekannte/Partnerin/Mutter/… mich das nächste Mal bevormunden und mir vorschreiben will, was ich zu tun habe, sage ich zu ihr: „Ich kann mich sehr wohl um mich selbst kümmern, bitte misch dich nicht mehr in meine persönlichen Angelegenheiten ein.“

• Habe ich diesen konkreten Vorsatz gefasst, so gehe ich ihn gedanklich immer wieder einmal durch. Ich stelle mir die Situation bildlich vor, also auch wie ich vor der Freundin/… stehe und ihr gerade in die Augen schaue, während ich den vorbereiteten Satz sage. Dadurch, dass ich diese Situation mehrmals gedanklich durchspiele, wird sie schon gewissermassen zu einer Gewohnheit, als hätte ich sie tatsächlich mehrmals erlebt. Dank dieses Automatisierungsprozesses, wird es mir leichter fallen, so zu handeln, wenn die Situation dann tatsächlich eintritt.

• Schliesslich nehme ich mir auch vor, mich nicht auf eine Diskussion einzulassen. Es ist anzunehmen, dass die Freundin/… sich mit meiner Aussage nicht einfach abfinden, sondern etwas erwidern wird. Auch für diesen Fall bereite ich mir einen Satz vor, den ich beim vorherigen gedanklichen Durchspielen der Situation immer wieder übe: „Darüber diskutiere ich nicht. Ich habe dir meine Meinung gesagt und dabei bleibt es.“ Und dann schweige ich tatsächlich, vielleicht kehre ich ihr auch den Rücken und gehe davon.

• Zu guter Letzt, was ich ja auch immer wieder sage und schreibe: Ein Vorsatz aufs Mal ist genug! Will hier konkret heissen: Ich fasse einen Vorsatz, für eine konkrete Situation mit einem bestimmten Menschen. Und nicht für mehrere zugleich. Wir sollen uns nicht überfordern!

Unnötig zu erwähnen, dass diese Methode, Vorsätze in die Tat umzusetzen, nicht nur im Bereich der Selbstliebe funktioniert, sondern bei allen guten Vorsätzen, beispielsweise für eine gesündere Lebensweise: „Wenn ich diesen Artikel fertig geschrieben habe, ziehe ich mich gleich um und gehe ins Fitness-Training.“ 😉

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