Weltuntergang 2012

Während der letzten Woche habe ich überprüft, wie oft der Suchbegriff „Weltuntergang 2012“ bei Google eingegeben wird. Allein im deutschsprachigen Raum sind es täglich Abertausende, die danach googlen.

Zugegeben, das Thema hat seinen Reiz, aus mehr oder minder wissenschaftlicher Sicht. Andererseits verstehe ich das riesige Interesse – und vor allem die teilweise Besorgnis darüber – nicht recht.
Keiner von uns weiss doch, wann seine letzte Stunde geschlagen hat. Ich weiss nicht, ob ich morgen noch da bin, vielleicht erlebe ich den Weltuntergang gar nicht mehr!
Spielt es für den Einzelnen wirklich eine Rolle, ob er „allein“ stirbt oder ob ein paar Hundert zusammen mit ihm oder gar die ganze Menschheit? Nebenbei gesagt: Mir ist auch diese kollektive Trauer, beispielsweise bei einem Flugzeugabsturz oder einer Naturkatastrophe, immer etwas fremd. Natürlich ist es traurig, wenn so etwas passiert – aber sterben auf dieser Welt nicht jeden Tag… ich weiss nicht wie viele… Hunderttausende, Millionen? Obwohl jeder einzelne Todesfall für die Angehörigen tragisch ist, unabhängig davon, wie viele gleichzeitig mit ihrem Toten umgekommen sind, bekümmert uns das nicht.

Warum sollte uns also der Weltuntergang bekümmern? Vielleicht wegen unserer Kinder oder anderer Lieben… Aber auch bei ihnen wissen wir doch nicht, ob sie morgen oder nächstes Jahr – Weltuntergang hin oder her – noch leben.

Ein Problem sehe ich vielmehr darin, dass wir generell so leben, als wären wir unsterblich, und selten einen Gedanken daran verschwenden, dass dieser Tag – heute – unser letzter sein könnte.
Wie vieles schieben wir auf… Wie oft trauen wir uns nicht… Wie sehr sorgen wir uns um das Morgen…

Yogananda sagte einst: „Nimm dir nicht vor, morgen zu beginnen, beginne heute!“ Wie wahr. Leben wir den Tag. Jeden einzelnen als wäre es unser letzter. Und vertrauen wir uns dem Leben, dem Schicksal, der Vorsehung, der Höheren Macht an. Ohne Angst vor der Zukunft – Weltuntergang hin oder her.

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2 Gedanken zu “Weltuntergang 2012

  1. Ich stimme dir komplett zu.

    Menschen fürchten vor dem Weltuntergang, weil nur dann wird es uns klar, wir sind doch nicht wirklich unsterblich, dem Weltuntergang würde man aber nicht mehr entkommen.

    Das ist ja Anhaftung ans Leben. Statt wirklich jeden Tag, jede Minute zu leben, haben wir eher Angst um das Leben und wir wollen wir es auf keinen Fall verlieren…

    An der Stelle möchte ich mich bei dir für deine schönen und weise Beiträge bedanken. Wenn ich mich etwas verwirrt fühle, lese ich deine Artikel durch und gleich habe ich wieder mehr Mut.
    Und wenn ich nicht gleich alles so umsetzen kann, mindestens weiß ich wie das alles gehen könnte.

    Vielen Dank dafür, Karin.
    Viele liebe Grüße aus Hamburg

    Ninka

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