Vergleiche

Wie fühlt sich wohl eine Amsel, die sich mit einem Pfau vergleicht? „Er hat ein wunderbares Federkleid mit diesem schillernden Blau und Grün! Ich dagegen bin so unscheinbar schwarz…“
Und was denkt der Pfau, der sich mit der Amsel vergleicht? „Welch melodiöse Stimme, himmlisch! Ich schäme mich für meinen schrillen Schrei…“

Wir neigen dazu, uns mit anderen zu vergleichen, sei es in Bezug auf einzelne Eigenschaften, sei es als Ganzes. Kein Wunder! Wie oft wurde uns als Kind gesagt, die Schwester sei bräver, der Bruder besser in der Schule? Selbst als Erwachsene werden wir immer wieder mit Mitmenschen verglichen, mit Arbeitskollegen, Freunden, Familienmitgliedern. Und auch mit uns selbst, wie wir einst waren.

Diese Vergleiche mit dem „Besseren“, die wir selber anstellen, sind Gift für unser Selbstwertgefühl! Unnötig zu sagen, dass es immer jemanden geben wird, bei dem eine gute Eigenschaft ausgeprägter ist als bei uns.
Das Umgekehrte machen wir etwas seltener: jemand zum Vergleich heranziehen, der weniger „gut“ ist als wir. Und auch das sollten wir nicht tun, selbst wenn wir uns im Moment dabei besser fühlen. Ein Selbstwertgefühl, das auf einer solchen Bewertungsskala beruht, steht auf wackligem Fundament!

Generell sollten wir Menschen nicht bewerten. Denn alle Menschen sind gleich wertvoll, unabhängig von ihren Eigenschaften. Beurteilen können wir eine Tat – ohne dieses Urteil dann auf den Menschen selbst zu übertragen.
Dabei verzichten wir jedoch darauf, die Tat von X mit der unsrigen zu vergleichen.

Denken wir immer daran, dass wir nicht alle Könige sein können, es braucht auch Bettler. Oder um auf den Pfau und die Amsel zurückzukommen: Wenn es einen der beiden nicht gäbe, wäre die Welt als Ganzes ärmer.
Jeder von uns hat seinen Platz in der Welt. Genau so wie er gerade ist.
Keinen braucht es mehr als einen anderen, keiner ist wertvoller als ein anderer.
Und keiner lässt sich mit einem anderen vergleichen, denn jeder ist einzigartig. Einzigartig wertvoll, genau weil er so ist, wie er gerade ist.

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6 Gedanken zu “Vergleiche

  1. liebe Karin,
    wie wunderbar dein Beitrag : Vergleich der Amsel und des Pfau`s.Es ist ja soo klar und wir wissen es, doch plötzlich , unter Druck oder Stress schleicht der Vergleichs-Gedanke an; schon sind wir mitten im Schlamassel.
    Immer wieder ein kleiner „Schubbs“ und wir sind wieder in der Spur. Hab Dank Erika

  2. Grüss dich, Erika, schön dich wieder einmal zu „sehen“!

    Der Gedanke mit der Amsel ist mir gekommen, weil ich heute früh eine so wunderschön singen gehört habe. Der Frühling kommt endlich!

    Alles Liebe,
    Karin

  3. oh soviel transparente Liebe in euren Wörtern, das istja wunderbar 😀
    tolltolltoll, auf diese Art erinnert zu werden, was in der heutigen Zeit schnell verlernt oder nicht beigebracht wurde.
    DANKE KARIN, dass du dir die Mühe und Aufgabe machst, zu helfen und zu geben!

    Franzi

  4. Hallo Ijhr alle,
    Aber bringt nicht auch die Bibel Vergleiche mit Beispielen
    um etwas oder jemandem etwas zu verdeutlichen?
    Beste Grüsse

  5. Hallo Iihr Lieben,

    bin begeistert von allen Texten hier. Finde es großartig so viel Input zur Selbstliebe zu erhalten. Habe mich mich von dir Karin inspirieren lassen und denke, dass ich es nun verstanden habe, mich selbst lieben zu lernen, bevor ich jemand anderen lieben werden kann.

    Vielen Dank für diese Einsicht durch deine zahlreichen liebevollen Texte.

    Liebste Grüße an alle und allen wünsche ich sehr viel Liebe für sich selbst.

    Özlem

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