Selbstvertrauen durch Niederlagen

Erfolge, sowohl berufliche als auch private, stärken das Selbstvertrauen und damit das Selbstwertgefühl, hört man sagen. Immer wieder weise ich in meinen Büchern und Schriften darauf hin, dass diese Art „Stärkung“ nur vorübergehend ist, denn das so gestärkte Selbstwertgefühl währt nur so lange die Erfolge anhalten. Kurz zur Erinnerung: Das wahre, unerschüttliche Selbstwertgefühl (und damit Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstachtung usw.) beruht einzig auf der Tatsache des „Ich bin“ – ich bin ein wertvolles menschliches Wesen, unabhängig von meinen Eigenschaften und Leistungen. Ich bin wertvoll einzig dadurch, dass ich bin.

Nun habe ich neulich, gewissermassen im Vorbeigehen, eine interessante These gehört: „Selbstvertrauen durch Erfolge ist vorübergehend. Selbstvertrauen durch Misserfolge hingegen ist dauerhaft und stark.“ Sich darüber ein paar Gedanken zu machen, lohnt sich, wie ich meine.

Tatsächlich kann ich dem zustimmen. Niederlagen erfahren wir alle, und wir alle werden damit irgendwie fertig, sei es durch Kämpfen oder durch gleichmütiges Erdulden, sei es, indem wir uns Hilfe holen oder uns diese „zufällt“ und wir sie annehmen. Jedenfalls ist es immer eine persönliche Leistung, über einen Misserfolg hinwegzukommen. Selbst wenn wir es bewusst nicht so wahrnehmen – oder uns aus einem Mangel an Selbstwertgefühl nicht als persönliche Leistung zugestehen –, so prägt sich dieser „Sieg“ dennoch in unser Unbewusstes ein und es bleibt die Erkenntnis hängen, dass wir es geschafft haben.
Dies stärkt auch in Zukunft unsere Zuversicht, dass wir es bei neuen Herausforderungen ebenfalls schaffen und sogar Misserfolge besser bewältigen werden. Ein Gewinn an Selbst- und Urvertrauen.

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