Schaf oder Löwe?

Eine trächtige Löwin stiess eines Tages auf eine Schafherde und griff eines der Tiere an. Doch diese Anstrengung war zuviel für sie: Das Löwenbaby kam zur Welt, seine Mutter starb. Die Schafe nahmen das Kleine an und zogen es auf; ihrem Beispiel folgend frass es Gras und blökte. Auch als dieser prächtige, starke Löwe erwachsen wurde, meinte er immer noch, er sei ein Schaf.
Eines Tages kam ein anderer Löwe in diese Gegend und war sehr erstaunt, einen Artgenossen friedlich inmitten der Schafe zu sehen. Er wollte sich ihm nähern, doch wie die anderen Schafe flüchtete auch der Schaf-Löwe. Mehrmals versuchte es der Löwe noch, doch der andere versteckte sich jedes Mal.
Eines Morgens überraschte er ihn endlich im Schlaf und bevor er fliehen konnte, sagte er zu ihm: „Du bist doch ein Löwe, warum fürchtest du dich vor mir?“
„Ich bin ein Schaf“, entgegnete der andere blökend.
Der Löwe konnte ihn schliesslich davon überzeugen, mit ihm zu einem See zu gehen. „Schau ins Wasser“, forderte er ihn da auf, „ist dein Spiegelbild nicht etwa gleich wie meines?“
Der immer noch verängstigte Schaf-Löwe schaute hinein und augenblicklich erkannte er die Wahrheit. Er brüllte los und blökte nie wieder.

Hören wir auf, uns wie Schafe zu verhalten und ängstlich zu blöken! Wir alle sind Löwen, schön, stark, selbstbewusst, mutig: Lieben wir uns als Löwen und leben wir als Löwen. Es braucht nur ein bisschen Mut, das Schafsfell abzulegen – auch wenn es bei der momentanen Kälte ganz angenehm ist! – und unsere wahre Natur zu fühlen.

Versucht es doch einfach einmal, jetzt wo das Jahr noch jung ist und alle Möglichkeiten offen stehen, versucht es wenigstens ein einziges Mal, einfach sagen, was euch auf der Zunge liegt, einfach tun, wozu ihr Lust habt, einfach ihr selbst sein.
Ihr werdet staunen, wie eure Mitmenschen sofort den Löwen in euch erkennen und euch nicht mehr als Schaf betrachten! Ihr braucht nur euer wahres Selbst zu leben…

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6 Gedanken zu “Schaf oder Löwe?

  1. Ja, das ist eine gute Paralle dazu, dass in jedem von uns – unabhängig davon, was er von sich hält – ein liebenswerter und wertvoller Mensch steckt. Es ist an jedem einzelnen von uns, dieses zu erkennen. Wenn wir das schaffen, erleben wir Unglaubliches!

    Doch „Er brüllte los und blökte nie wieder“ lässt sich nicht in unsere Realität übertragen. Der Prozess des Umdenkens mit samt den verändernden Gewohnheiten und die sich daraufhin ändernden Gefühle ist ein langsamer Weg. Wir werden oft in alte Denk- und Verhaltensmuster zurückfallen. Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg! Bezogen auf den Löwen hätte es eher heißen müssen: „Er brüllte los und lernte, sich wie ein Löwe zuverhalten. Die Gefühle ein Schaf zu sein ignorierte er und verzieh sich, wenn das Blöken in gewohnten Situationen durchkam. Er machte seinen alten Gedanken, wann immer diese sich meldeten klar, dass er Löwe ist.“

  2. Natürlich, Chris, es ist ein langer Prozess, der viel Arbeit an uns selbst erfordert! Es sind schöne Worte, die du dem Löwen in den Mund legst.

    Parabeln haben halt die Eigenart, Dinge verkürzt und
    als Ideal zu schildern 😉

    Herzlichst,
    Karin

  3. Hallo Karin,

    ja, da hast du recht. Der Sinn der Parabel ist auch glasklar erkennbar 🙂 Das mit dem „langsamen Prozess“ habe ich beigefügt, nicht weil ich allein aus theoretischem Wissen schreibe, sondern vielmehr weil ich diesen Prozess selber erfahren durfte und noch erfahren darf 😉

    Du hast übrigens viele nette Beiträge auf deiner Seite.

    Es grüßt herzlichst zurück,
    Chris

  4. Gern geschehen! Ich gebe meine Erfahrungen immer gern weiter 🙂 Vielem, was ich bisher auf deiner Page gelesen haben, kann ich nur zustimmen. Ich stelle fest, dass – so unterschiedlich die Geschichten von Personen auch sein mögen – die Entwicklungsprozedur doch oft ganz ähnlich ausfällt. Ich denke, es schadet nicht, wenn wir im Vorhinein auf das vorbereitet sind, was wir auf dem Weg zu erwarten haben, womit wir rechnen müssen. Das hilf dabei einzuordnen, ob wir uns noch auf dem richtigen Pfad befinden. Gleichsam lernen wir Erfolge zu erkennen (und uns an diesen zu erfreuen) und mit Misserfolgen umzugehen. Wenn wir begreifen, dass Misserfolge normal und menschlich sind, ziehen diese uns viel weniger runter.

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