Die Angst um den Arbeitsplatz

Ich veröffentliche heute eine Frage eines Lesers meiner Schriften, weil sie gut in die momentane Krisenzeit passt, in der viele Leute Angst um ihren Arbeitsplatz haben.

Frage:
Mit meinen „fassbaren“ Ängsten werde ich ziemlich gut fertig, aber als Familienvater gelingt es mir nicht, meine Existenzangst loszuwerden. Ich befürchte, meinen Job zu verlieren und nicht mehr für meine Familie sorgen zu können. Ich bin mir zwar bewusst, dass meine Angst auch nichts nützt, aber sie ist ständig bei mir, ich kann ja die Verantwortung für meine Frau und meine Kinder nicht einfach abschütteln…

Antwort:
Das ist eine Angst, die in der einen oder anderen Form sehr viele Menschen plagt, und sie ist umso bedrohlicher, wenn es uns weniger um uns selbst als um unsere Lieben geht. Hier gibt es tatsächlich kein anderes Rezept als das Vertrauen zu finden, dass alles so kommt, wie es für alle Beteiligten richtig ist, und in diesem Vertrauen dann alles anzunehmen, seien es auch schwere Zeiten, finanziell, sozial, zwischenmenschlich. Handle ruhig, wie du es in dir spürst und sei dir in jedem Moment bewusst, dass du keinen Einfluss auf die Früchte deines Tuns hast; somit besteht auch deine Verantwortung deiner Familie gegenüber nur darin, dein Bestes zu geben (was du ehrlich für dein Bestes hältst, ein objektiv Bestes existiert nicht!). Eine weiter gehende Verantwortung für das Schicksal deiner Frau und deiner Kinder trägst du nicht – oder weisst du etwa, was im Kosmischen Plan für sie vorgesehen ist, welche Erfahrungen sie in diesem Erdenleben machen und was sie dabei lernen sollen? Du kannst sie, selbst wenn du dein Bestes gibst, nicht davor bewahren.
Darin liegt das „richtige Handeln“: sein Bestes tun und dann loslassen, die daraus entstehenden Folgen (seien sie sogenannt angenehm oder unangenehm) dem Höheren übergeben. Sonst riskierst du, mit dieser Angst und der Bürde deiner vermeintlichen Verantwortung, nicht du selbst zu sein, nicht das zu leben, was in deinem Lebensplan vorgesehen ist.
Mit der Angst im Nacken den Job zu verlieren, wirst du stets tun, was man von dir verlangt, vielleicht sogar Unrechtes, jeden tyrannischen Chef aushalten, Überstunden und Stress akzeptieren, auch zulasten deiner Familie, Ungerechtigkeit und Demütigung widerstandslos schlucken – und dennoch ständig um deinen Job bangen! (Nebenbei bemerkt: Es gibt nur Tyrannen, weil es Menschen gibt, die sich tyrannisieren lassen.) Du bist aber auch dir selbst gegenüber verantwortlich (wir reden hier nicht einmal von Menschenwürde!), deinem Höheren Selbst. Du darfst dich gegen Ungerechtigkeit auflehnen, dich quälendem Druck widersetzen und du brauchst die Konsequenzen nicht zu fürchten: Du vertraust in die Vorsehung.
In diesem Zusammenhang muss allerdings ein weiterer Aspekt angesprochen werden: Der Gleichmut. Wenn unser Handeln von Gleichmut geprägt wird, empfinden wir keinerlei negative Emotionen wie Wut, Demütigung, Frustration und ähnliche, sondern sehen die Situation und die Beteiligten von einer höheren Warte aus, schauen hinter die illusorische Erscheinung auf die Beweggründe der einzelnen Personen, auf die für uns zu lernende Lektion usw. Wir schaffen es dann sogar, dem Gegenüber mit einem gewissen Wohlwollen zu begegnen, und unseren positiven Gedanken wohnt die Kraft inne, den anderen Menschen und die Situation zu verändern.
Die Entscheidung, was in welcher Situation das Richtige ist, lässt sich für einmal klar definieren: Immer wenn Angst unser Verhalten bestimmt, kann es nicht richtig sein. Empfinden wir hingegen Gleichmut, ist selbst ein Verhalten richtig, das, oberflächlich betrachtet, als nachgiebig und feige wirken könnte.

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