Das grosse Schauspiel auf der Weltenbühne

Die ganze Welt ist eine riesge Bühne, auf welcher das Drama des Lebens gespielt wird – mit uns Menschen als Schauspieler. Wir sind ausgezeichnete Schauspieler, absolut vertieft in unsere Rolle, mit welcher wir uns vollständig identifizieren. So sehr, dass wir vergessen, nur Schauspieler zu sein, und meinen, es sei alles bitterer Ernst. Wären wir uns hingegen bewusst, dass dieses Drama irgendwann zu Ende ist, wir die Bühne verlassen und in die schöne, glückliche Wirklichkeit zurückkehren, könnten wir unser Leben leichter und sorgenloser durchwandern: Es ist nur ein Spiel!
Dann würden wir auch nicht mit unserer Rolle hadern und uns keine andere wünschen, keine anderen Requisiten, keine anderen Mitschauspieler, ja nicht einmal ein anderes Bühnenstück… Wir würden einfach versuchen, unsere Rolle so gut wie möglich zu spielen – zu unserer eigenen Freude! Und wir wären uns voll bewusst, dass nicht jeder die Rolle eines Königs, eines Helden, eines Casanova verkörpern kann, sondern dass es für ein gelungenes Schauspiel ebenso Bettler, Bösewichte, Einsame braucht.

Heisst das, wir hätten keinen freien Willen und tanzten wie Marionetten an Fäden auf der Weltenbühne, in den Händen eines Puppenspielers, der mit uns macht, was er will? Jein: Die Frage, ob wir in der Weise handeln, wie es seit Anbeginn der Welt in einem Buch geschrieben steht, oder ob wir durch unseren Willen den Lauf unseres Lebens fortwährend neu bestimmen, ist nur eine Gedankenspielerei: Da wir es nicht mit absoluter Sicherheit wissen, entfaltet sich unser Leben für uns in jedem Augenblick neu und unbekannt und es bleibt uns gar nichts anderes übrig, als in jedem Augenblick so zu handeln, wie wir es als richtig spüren.

Doch vertrauen dürfen wir dabei: Vertrauen darauf, dass der Grosse Regisseur das Theaterstück im Griff hat, er uns führt und leitet, uns unterstützt und hilft, nur das Beste für uns will und dieses Weltenschauspiel immer so gestaltet, dass wir Erkenntnisse gewinnen, lernen, vorankommen. Zugegeben, seine Regieanweisungen sind für uns nicht immer sehr deutlich zu hören – das ist die Freiheit des Schauspielers, seine Rolle zu interpretieren! Tun wir in jedem Augenblick, was gerade zu tun ist, stets nach bestem Wissen und Gewissen und so gut wir es vermögen! Das ist unsere Aufgabe, unsere Rolle in dieser Welt.

Und sind wir nicht etwa auch ein Teil des Ganzen? Ist nicht etwa alles Eins, aus Einem entstanden? Oder wie Yogananda es einmal treffend formulierte:

Das ganze Universum ist Geist. […] Es ist der Eine, der die Show produziert, das Drama geschrieben, die Kulisse gemalt, die Rollen verteilt hat – und alle Rollen selbst spielt.

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8 Gedanken zu “Das grosse Schauspiel auf der Weltenbühne

  1. Wenn ein Kind am verhungern ist und diesen Text lesen würde oder andere Menschen die misshandelt etc. werden, was würden die dazu sagen? Miese Rolle erwischt, Pech gehabt, was kann ich daraus lernen, …???

  2. Wenn die Menschen, die du aufzählst, diesen Text nicht lesen – was sagen sie dann zu ihrem Leben? Wie betrachten sie ihr Schicksal generell? Wie gehen sie damit um?

    Solche philosophischen Gedankenspiele wie „die Welt als Bühne“ sind Modelle, die eine Erklärung liefern für das, was geschieht, und uns helfen können, mit den Ereignissen und unserem eigenen Schicksal umzugehen. Modelle sind es – die absolute Wahrheit kennt niemand; wir können daran glauben oder nicht, mit solchen Vorstellungen an uns arbeiten oder nicht.

    Ich persönlich hatte schon als Kind Mühe, an den allmächtigen, gütigen „Gott der Kirche“ zu glauben, unter anderem genau darum, weil ich nicht verstehen konnte, wie ein gütiger Gott all das Leiden und Elend auf der Welt zulassen kann. Ich habe gesucht und andere Erklärungen gefunden, die mir persönlich plausibel erscheinen und mir das Leben im Diesseits wesentlich erleichtern. Wie gesagt, jeder muss für sich selbst spüren, ob und welches Modell für ihn stimmt und ihm hilft.

    Ich halte es ferner mit der banalen Weisheit: Ändere, was du ändern kannst, und nimm gleichmütig an, was du nicht ändern kannst. Nur immer klagen, wie schlecht die Welt doch sei, oder mit dem eigenen Schicksal hadern, hilft niemandem.

  3. Oja… 😳 Ich hoffe mein Beitrag wirkte nicht zu harsch… Aber was ich damit sagen wollte: Man kann sich über vieles auf verschiedenste Art und Weise unterhalten. Jedoch – Letztbegründungen, allgemeingültige Antworten auf religiöse, weltanschauliche Fragen wird es wohl nicht geben. Obgleich man freilich seine Position verteidigen kann, aber vieles in diesem Bereich liegt leider einfach außerhalb der Modalität einer konventionellen Antwort. Bitte, mich nicht falsch zu verstehen, denn ich bin keineswegs der Auffassung, dass man einfach über all jene Dinge einfach schweigen sollte. Das wäre weit gefehlt! Ich selbst bin nämlich auch auf der Suche, wieweit eine Rede gehen kann, sodass sie noch sinnvoll und nachvollziehbar greifbar ist und wo man letzten Endes definitiv in das Terrain vorschreitet, in dem man definitiv nur noch spekulieren kann. Zugleich hoffe ich auch zu tiefst, dass man diese Grenze ständig nach unten bzw. in dieser Perspektive nach oben revidieren kann und vor allem auch soll!

  4. Liebe Angela

    Dein Beitrag wirkte nicht zu harsch – er sagte ja nicht viel aus 🙂

    Konstruktive Kritik ist jederzeit willkommen, ich verstehe diese Website durchaus als Forum für eine Diskussion. Und ich bin immer froh, andere Standpunkte kennenzulernen; auch für die Leser dieser Website ist es anregend, nicht nur meine Meinung zu hören.
    Deshalb sollten aber die Beiträge nicht aus „einsilbigen“ Kritiken bestehen, sondern den Standpunkt des Schreibenden erläutern, begründen, klar machen. In diesem Sinne: Danke für deinen Kommentar vom 16. März!

    Herzlichst,
    Karin

  5. zunächst ein dank an die betreiber dieses forums!!!

    ich beziehe stellung zu ihnen, angela: letztbegründung/en

    ich gehe mit dir d’accord, dass man hier mit mathematischer beweisführung nicht vom fleck kommt;

    aber ist weltanschauung nur eine blinde, fahl gewordene, abgestandene illusion oder gar ideologie???

    also, ich führe, nach bestem wissen und gewissen, aus:

    1. grenzlinie
    2. verschiebung nach oben
    3. spirituelle oder myst. erfahrung

    ad1: es muss eine grenzlinie und zwar eine definitve geben, zwischen dem spekulativen und dem uns menschen greifbaren – dies wäre der erste punkt – das kann man empirisch festlegen, um dann zum 2. punkt zu kommen, das wäre der epistemische…

    also
    ad2: die bereits definierte grenze ist nur subjektiv – okay soweit? ich fahre fort… nun gehts darum, diese grenze dem kollektiven bewusstsein und dem gesellschaftlichen empfinden anzupassen – hier sieht man dann, dass die grenze schon ein wenig nach oben rutscht – man springt also wie der arme goldfisch in seinem gefängnis aus dem grausamen glas

    nun, braucht man den dritten punkt – da sonst der arme goldfisch ohne wasser verendet (nicht umsonst ist h2o immer lebensnotwendig) – DAS IST DIE RELIGION – lässt man sich darauf ein – wird man mit dem lebensnotwendigen quell erfüllt – es fühlt sich gut an, es umgibt einen, es ist geborgenheit, es ist LIEBE – und zwar liebe, die zum menschen selbst gehört – und diese L I E B E ist es, die diese grenze nochmals nach obern verzerrt – und hier lässt es sich gut leben – und immer hat man auch noch den sinn und das glück, also alles worauf es im leben ankommt, im hinterhalt!

    also durch meine ausführung müsste ersichtlich geworden sein, dass man doch über solche dinge anständig und auch gut reden kann!

    aber, freilich – ist das meine auffassung… es könnte also sein, dass ich den einen oder anderen punkt noch etwas näher ausführen muss, dann wäre ich einfach um ein kurzes feedback dankbar – ich helfe gerne!

    herzlichen dank, dass ich stellung zu diesem thema beziehen durfte! die homepage glaub ich, ist aus der frz-sprachigen schweiz – also MERCI!

  6. Liebe Stefanie

    Danke für deine ausführliche Stellungnahme zu Angelas Kommentar – ich hoffe, sie wird es lesen und die Diskussion mit dir weiterführen, ich finde es sehr interessant.

    Herzlichst,
    Karin

    P.S. Diese Website ist aus der deutschsprachigen Schweiz, aber trotzdem auch dir MERCI!

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