Aufrichtig!

Mehrmals schon habe ich erwähnt, dass absolute Aufrichtigkeit eines der Anzeichen dafür ist, dass wir uns selbst lieben. Also auch: uns in jedem Augenblick zeigen, wie wir sind, keine Maske tragen, die etwas vortäuscht.
Dazu erzähle ich euch heute eine wahre Anekdote.

Ein verliebtes Paar im Bett, in inniger Umarmung, Zärtlichkeit, Liebesgeflüster. Ein kurzer Augenblick der Stille und sie fragt ihn: „Was denkst du gerade?“
Er antwortet: „Dass ich das Auto heute Morgen vielleicht doch auf einen anderen Parkplatz hätte stellen sollen.“

Wunderschön, nicht wahr? Absolute Aufrichtigkeit, keine Notwendigkeit, irgend etwas „Liebevolleres“ vorzulügen. Einfach sagen, wie es ist.

Ich kann euch noch verraten: Sie war nicht enttäuscht oder verletzt, dass er inmitten einer Liebesnacht ganz nüchtern an praktische Alltagsdinge dachte, im Gegenteil. Sie musste lachen und war gewaltig beeindruckt, dass er auch in dieser Situation ganz er selbst war.

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14 Gedanken zu “Aufrichtig!

  1. Ihre anderen Beiträge waren wesentlich besser. Das hier ist Quark.

    Und damit Sie’s nicht als beleidigend empfinden müssen: Wenn Sie hier, ausgerechnet hier, nebst so philosophischen Beiträgen Liebe auf Bettgeschichten reduzieren müssen, streichen Sie mich von Ihrer Liste. Letzteres ist eher was für alternde Männer mit einer Lolita zur Freundin.

    Dieser Beitrag ist nicht schön, sondern primitiv und dümmlich.

    Noch ein passender Vers aus einem Morgenstern-Gedicht:
    „Der Geliebten“ stand emphathisch vorn in Arabeskenschrift und der Sänger sang ekstatisch von der Liebe Rausch und Gift.
    Darauf können wir doch alle verzichten, meine Grossmutter riet mir meine Nase in Bücher zu stecken, weil daraus weit Sinnvolleres resultiert wie man sieht.

  2. Es tut mir leid, Verena, wenn ich durch diesen Text aus irgendeinem Grund deine Gefühle verletzt habe.

    Ich sehe darin keine Bettgeschichte, nichts Primitives oder Dümmliches. Eine alltägliche Situation, wie sie oft vorkommt, ganz aus dem Leben gegriffen.

  3. Da Sie mich nicht verstanden zu haben scheinen erkläre ich das hoffentlich etwas anschaulicher: Alternde Männer lassen in manchen Fällen keine Gelegenheit aus genau solche Geschichtchen zum Besten zu geben. Es ist, so nehme ich das nun mal an, allgemein bekannt, dass mit zunehmenden Alter exklusiv Männer hormonell bedingt das Bedürfnis sich zu vermehren verspüren und deswegen nach entsprechenden Frauen Ausschau halten (jüngere, weil über 40ig-Jährige potentiell nicht mehr fruchtbar sind). Man nennt das im Volksmund den 2. Frühling; allerdings folgen dem noch andere Frühlinge je älter die Männer werden – bis hin zur absoluten Lächerlichkeit – und im allgemeinen meiden Frauen jeglichen Alters solch“delikate“ Geschichtchen erzählende Männer tunlichst weil sie penentrant und lästig und masslos auf sich selbst bezogen sind. Ja, und nun setzen Sie – eine Frau – zu sowas in der Art hier an. Das ist wirklich schade, irgendwie und wirkt auf mich tatsächlich „ehr“verletzend. Ich hoffe sehr, dass Sie mich von Ihrer mailinglist inzwischen gelöscht haben.

  4. Selbstverständlich, Verena, habe ich dich von meiner Mailingliste gelöscht, da du darum gebeten hast.

    Trotz deiner ausführlicheren Erklärung kann ich in der von mir erzählten harmlosen Anekdote immer noch nichts Anrüchiges oder Ehrverletzendes erkennen.

    Und dein verallgemeinerndes und beleidigendes Männerbild teile ich nicht – das will ich an dieser Stelle klar und deutlich sagen.

    Ich persönlich werde diese Diskussion mit dir auch nicht weiter führen, selbstverständlich freue ich mich aber auf Kommentare weiterer LeserInnen.

  5. Verena schrieb: „Alternde Männer lassen in manchen Fällen keine Gelegenheit aus genau solche Geschichtchen zum Besten zu geben.“

    Ich nehme an, Sie haben ein traumatisches Erlebnis gehabt, bei dem so etwas passiert ist. Jedenfalls steht in dem Text nicht ein einziges Wort darüber. Es wird lediglich „ein verliebtes Paar“ erwähnt. Ich glaube, den meisten Menschen wird diese Geschichte kein Anstoß sein.

    Meine Meinung darüber: Ich denke, es gibt Situationen, in denen ein Mensch mit der Aussprache seiner Gedanken Fingerspitzen-Gefühl zeigen sollte. Wenn bspw. der Mann gewußt hätte, dass sich seine Frau durch solche Worte verletzt fühlen würde oder damit den Moment gravierend zerstört hätte, hätte er auch sagen können: „Ich dachte an nichts Besonderes. Ich genieße es, hier mit dir so zu liegen. Die Zeit steht für mich gerade still.“

    Dennoch glaube ich, dass es für das Gemeinsamkeits-Gefühl und das Vertrauen grundsätzlich sehr wichtig ist, ehrlich zu einander zu sein. Es gibt keine Patent-Anwendungen zwischen „In-Watte-gepackten-Worten“ und der „Knallharten Wahrheit“. Das muss man halt abwägen. Eines sollten wir uns jedoch immer vor Augen führen: Egal für welche Worte wir uns entscheiden, wir tragen nicht die Verantwortung dafür, wie sich der andere fühlt oder wie er reagiert. Wir haben darauf einen gewissen Einfluss. Doch der andere hat immer die Möglichkeit in der Weise zu reagieren, wie er es möchte …und zwar durch seine Denkweise, die er bewußt steuern kann. So wie auch die Schreiberin Verena 🙂

    Schöne Gruß,
    Chris

  6. Nein, Chris, die Schreiberin Verena hatte kein Trauma, ich stimme ihr in Ihrer Wahrnehmung voll und ganz zu. Es geht nicht um die Wortwahl, sondern um den Text als solches, der halt schon daneben ist. Sie hat letztlich doch die richtige Konsequenz gezogen und hat sich hier abgemeldet. Wenn Sie nun Karins Text verteidigen ist das zwar Ihr gutes Recht, ebenso ist es ein Recht diesbezüglich anderer Ansicht zu sein.

  7. Schön guten Abend Hanna,

    ich würde es schön finden, wenn Sie kurz erläutern würden, was Sie mit „schon daneben“ meinen. In Verenas Ausführung befinden sich Beimischungen, die in dem obigen Text gar keine Erwähnungen fanden (habe ich ja auch zitiert). Ja, in der Tat: Man könnte sich einen Mann vorstellen, der in eine Bar geht, eine Frau aufreißt, ihr schmeichelhafte Worte macht, sie ins Bett bekommt und am nächsten Morgen verschwunden ist. Auf der anderen Seiten deutet der Ausdruck „verliebtes Paar“ auf Gegenteiliges hin. Und für eine „Reduktion auf Bettgeschichten“ finde ich die Ausführungen verhältnismäßig harmlos. Wenn man die Geschichte unter dem Hauptgedanken von „absoluter Aufrichtigkeit“ liest, rückt die Bettgeschichte darüber hinaus sehr weit in den Hintergrund. Ich wäre sicher in der Lage, drei andere Beispiele mit ähnlichen Kernaussagen zu benennen, in denen es nicht um Liebesnächte ginge.

    Ich nehme an, dass Sie (und vielleicht auch Verena) auf dieser Seite Texte gefunden haben, die Ihnen mehr zu sagen und Ihnen vielleicht etwas gebracht haben. Die Konsequenz sich voller Empörung von dieser Seite zu distanzieren, finde ich persönlich reichlich überreagiert. Würde man ein Haus einreißen, wenn eine Dachziegel kaputt ist?!

    Wie ich bereits weiter oben geschrieben habe: Ich kann nichts wirklich schlimmes, auch beim mehrmaligen Lesen, an dem Text finden. …besonders nicht, wenn man den eigentlichen Sinn im Auge behält und nicht mehr in diese Geschichte hinein interpretiert, als da wirklich steht und wirklich nötig ist.

    Viele Grüße,
    Chris

  8. Es ist Ihnen völlig überlassen, was Sie von diesem aktuell ins Internet gestellten Text halten oder wie Sie ihn interpretieren, Chris. Es ist so, andere Texte waren besser und warum Verena sich ganz hat auslinken lassen, ist wohl deren Sache. Ich kann nur wiederholen, ich teile ihre Ansicht, dass er hier nicht grade wirklich passt.
    Man kann vieles können und dürfen nur manchmal hat es mit den eigenen Grenzen und Taktgefühl anderen gegenüber zu tun was man so öffentlich macht oder eben nicht. Für meinen Teil bleibe ich bei meiner Aussage und Verena’s Entscheidung ist eben deren Entscheidung und die ist ihr freigestellt.

  9. Warum belügen sich Menschen, die sich zu lieben behaupten? Warum zeichnen sie ein Bild von sich selbst nach den vermuteten Erwartungen anderer? Die Tiefe der Verlassenheitswunde lässt sich an den Kommentaren ermessen, anschaulicher geht es kaum. Ich kaufe zum Preis meiner Integrität ein wenig romantische Liebe… die auf dieser Basis schal schmecken dürfte. Wie lange braucht der Mensch die Wiederholung immer der gleichen Erfahrung, bis er ihre Botschaft versteht? Es braucht nur wenig Mut, bedingungslos zu lieben, um einen Partner anzuziehen, der diese Erfahrung teilen möchte. That easy!
    Gruß Andreas

  10. Obwohl du im Grundsatz recht hast: Ganz so einfach ist es nicht, Andreas.
    Mut allein – und das wäre schon eine grosse Leistung – reicht leider nicht. Da ist so viel Verletzung aus der Kindheit in uns, so viel Verlustangst, und das sitzt so tief… das lässt sich nicht durch einen Willens- und Mutakt aus der Welt schaffen.
    Wir müssen an unserer Selbstliebe arbeiten, um eines Tages bedingungslos lieben zu können. Das braucht Zeit, es ist ein langer Prozess.

    Und da ist ja noch unser Ego, das uns dazwischenfunkt, lieber ein bisschen romantische Liebe möchte, wenn auch nur für kurze Zeit, als unter dem Schmerz der Wahrheit zu leiden. Wir belügen uns ständig selbst. Das ist das Problem.

    Ja, es braucht lange, bis der Mensch aus der Erfahrung lernt, es braucht unzählige Wiederholungen… Diese ziehen sich oft wie ein roter Faden durch sein Leben… Aber irgendwann wird er lernen.

    Danke für deinen Kommentar, Andreas, er hat mich gerade getroffen.
    Karin

  11. Ich bin ganz neu hier und möchte einfach mal meine Meinung zu dem Thema mitteilen. Dazu muss ich sagen, dass ich noch vor wenigen Wochen über diese Anekdote ganz anders gedacht hätte…
    Ich habe für mich gelernt, dass man in der wahren Liebe keine Erwartungen haben darf…
    Ich kann nur jemanden bedingungslos lieben, wenn ich keine Erwartungen an ihn stelle.
    Und genau das trifft es auf den Punkt:
    Dadurch, dass sie NICHT die Erwartung hatte an ihren Partner nun etwas von ihm zu hören, dass in Ihrem Empfinden der Worte den Augenblick der Stille zerstören könnte, liebt sie bedingungslos.
    Er liebt sie aber andersherum auch bedingungslos, da er ihr wahrheitsgemäss antwortete und ehrlich war.
    Die Ehrlichkeit ist ja nun mal einer der Grundpfeiler der Liebe.
    Meiner Meinung nach liebt sich dieses Paar bedingungslos und ich nehme diese Anekdote auf in mein Inneres, bewahre sie dort und schaue sie mir ab und zu mal an, wenn ich mal wieder an der wahren Liebe zweifle…
    Viele Grüsse Antje

  12. Danke, liebe Antje, für deine schönen Worte!

    Ich kann dir nur zustimmen – um bedingungslose Liebe geht es hier, und diese ist immer aufrichtig und be-/verurteilt den geliebten Menschen niemals, egal wie er sich verhält.

    Vielleicht hast du die andere Anektdote aus meiner eigenen Erfahrung auch gelesen? Hier: http://www.selbstliebe.ch/?p=278
    Genau so sollten wir lieben, das ist wahrhaft bedingunslos und vorbehaltlos!

    Herzlichst,
    Karin

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